Professionelle Trading-Werkzeuge
Die wichtigsten Rechner für Positionsgrößen, Risikosteuerung, P&L-Analyse und Leistungsverfolgung. Zu jedem Rechner gehört eine ausführliche Erklärung, damit du die Mathematik hinter profitablem Trading verstehst.
Zum Rechner springen:
⚠️ Nur zu Bildungszwecken
Diese Rechner sind Lernwerkzeuge, die dir helfen sollen, die Mathematik des Tradings und die Grundsätze der Risikosteuerung zu verstehen. Sie zeigen potenzielle Ergebnisse auf Basis deiner Eingaben, keine garantierten Resultate. Alle Berechnungen dienen ausschließlich Bildungszwecken und sind keine Handelsberatung. Recherchiere immer selbst, verstehe die Risiken und ziehe eine Finanzberatung in Betracht, bevor du Handelsentscheidungen triffst.
Über diese Rechner
Datenschutz zuerst
Alle Berechnungen laufen lokal in deinem Browser. Deine Handelsdaten bleiben privat.
Professionelle Qualität
Branchenübliche Formeln, wie sie professionelle Trader und Hedgefonds verwenden.
Verstehen statt nachrechnen
Lerne das WARUM hinter der Mathematik, die Profis von Zockern trennt.
📏 Positionsgrößen-Rechner
Ein Stopabstand und ein Anteil des Kontos ergeben eine Stückzahl. Lektion 20 zeigt: Der Anteil entscheidet über deine Tiefe, nicht über deine Rendite.
💡 Kurz gesagt
Profis riskieren bei jedem Trade denselben PROZENTSATZ, nicht denselben Dollarbetrag. So bleibt dein Risiko im Verhältnis zum Konto gleich, ob es wächst oder schrumpft.
Warum die Positionsgröße alles ist
Die meisten Trader verlieren nicht, weil sie falschliegen, sondern weil sie falsch groß sind. Du kannst meistens richtigliegen und trotzdem alles verlieren, wenn du zu viel riskierst, sobald du danebenliegst.
⚠️ Die Asymmetrie der Verluste
Ein Verlust von 50 % erfordert 100 % Gewinn, um ihn auszugleichen. Diese mathematische Tatsache ist der Grund, warum Risikosteuerung nicht optional ist — sie ist Überleben.
- 20 % im Minus? +25 % nötig
- 30 % im Minus? +43 % nötig
- 50 % im Minus? +100 % nötig
Der Realitätscheck
| Risiko je Trade | 5 Verluste in Folge | 10 Verluste in Folge | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1 % | -5 % | -10 % | Aufholbar |
| 2 % | -10 % | -18 % | Schwierig |
| 5 % | -23 % | -40 % | Karriereende |
| 10 % | -41 % | -65 % | Konto tot |
✓ Echtes Beispiel
10.000 $ Konto, 2 % Risiko = 200 $ Risiko
Einstieg bei 50 $, Stop bei 48 $ = 2 $ Risiko je Anteil = 100 Aktien
Derselbe Trader mit 5 % Risiko = 250 Anteile. Fühlt sich an wie „nur 3 % mehr Risiko“, erzeugt aber eine um 150 % größere Position.
Professionelle Richtwerte
- Lernphase: Riskiere 0,5-1 % pro Trade
- Profitabler Trader: 1-2 % pro Trade riskieren
- Erfahrener Profi: 2-3 % pro Trade riskieren (nur mit mehrjähriger Bilanz)
- Warnsignal: Wer 5 % und mehr empfiehlt, verkauft Träume, keine Strategien
Häufige Fehler bei der Positionsgröße
Immer denselben Dollarbetrag riskieren
Ein Trader riskiert immer 500 $ pro Trade. Das Konto startet bei 50.000 $ und schrumpft auf 30.000 $. Er riskiert weiter 500 $.
Problem: 500 $ waren 1 % bei 50.000 $, jetzt sind es 1,67 % bei 30.000 $. Das Risiko steigt, während das Konto schrumpft: eine Abwärtsspirale.
Die GRÖSSE der Position zählen statt ihr RISIKO
„Ich kaufe immer 100 Anteile“ klingt konsequent, aber die Volatilität ändert alles.
Beispiel: 100 Anteile Tesla (4 % ATR) sind ein völlig anderes Risiko als 100 Anteile Apple (1 % ATR).
Das Gap-Risiko nicht einrechnen
Stop bei 95 $, aber die Aktie eröffnet nach Zahlen mit einem Gap bei 90 $. Geplant waren 5 $ Risiko, bekommen hast du 10 $.
📖 Mehr dazu
Für die ausführliche Herleitung der Positionsgrößen-Mathematik siehe Lektion 20: Positionsgrößen
Profi-Tipps zur Positionsgröße
Größe nach Volatilität
Rechne nicht nur Anteile aus — passe sie an die ATR (Average True Range) an.
Formel: Positionsgröße = (Konto × Risiko%) / (ATR × Faktor)
Höhere Volatilität = automatisch kleinere Position. Das Risiko bleibt gleich.
Portfolio-Hitze steuern
Das Risiko eines einzelnen Trades ist nur ein Teil der Gleichung. Verfolge die GESAMTE Belastung.
Beispiel: 5 offene Positionen mit je 1 % = 5 % Portfolio-Hitze insgesamt
Profis deckeln die Gesamthitze bei 6-8 %. Darüber werden keine neuen Trades mehr eröffnet.
Nach Überzeugung skalieren
A-Setups: volle Position (2 %)
B-Setups: halbe Position (1 %)
C-Setups: Viertelposition (0,5 %)
So bleibst du im Spiel und stellst deinen besten Ideen trotzdem mehr Kapital zur Verfügung.
Die 2-%-Regel
Riskiere nie mehr als 2 % in einem einzelnen Trade, egal wie „sicher“ du dir bist.
Warum? Selbst Trades mit 90 % Wahrscheinlichkeit verlieren in 10 % der Fälle. Wenn du auf „sichere Sachen“ 10 % setzt, triffst du irgendwann diese 10 % und reißt ein Loch ins Konto.
🎯 Kelly-Kriterium
Fortgeschrittene Positionsgrößen nutzen die Kelly-Formel, die auf deinem Vorteil und deinem Auszahlungsverhältnis beruht.
Die meisten Profis nehmen 1/4 Kelly (fraktionales Kelly), um Schätzfehler abzufedern und die Schwankungen zu senken.
⚖️ Chance/Risiko-Rechner
Chance zu Risiko ist die halbe Erwartung. Die andere Hälfte ist die Trefferquote, und Lektion 17 zeigt: Ein Setup, das sieben von zehn gewinnt, kann trotzdem in jedem Trade verlieren.
💡 Worauf es ankommt
Das Chance/Risiko-Verhältnis bestimmt deine Erwartung. Suche Setups mit mindestens 2:1 R:R.
Warum R:R deine Erwartung bestimmt
Profis achten auf R:R (Chance/Risiko), weil es die Erwartung unmittelbar steuert. Du kannst seltener richtigliegen und trotzdem sehr profitabel sein, wenn deine Gewinner größer sind als deine Verlierer.
📊 Das Casino-Prinzip
Casinos gewinnen nicht jede Hand — sie gewinnen, weil sie, WENN sie gewinnen, MEHR gewinnen als sie verlieren. Genau das ist R:R.
Echter Vergleich: Trader A gegen Trader B
❌ Trader A: „Ich nehme Gewinne schnell mit“
- R:R: 1:1
- 100 Trades, 55 % Trefferquote
- 55 Gewinner × 100 $ = 5.500 $
- 45 Verlierer × 100 $ = 4.500 $
- Netto: 1.000 $
- Erwartung: 10 $/Trade
✓ Trader B: „Ich lasse Gewinner laufen“
- R:R: 1:3
- 100 Trades, 35 % Trefferquote
- 35 Gewinner × 300 $ = 10.500 $
- 65 Verlierer × 100 $ = 6.500 $
- Netto: 4.000 $
- Erwartung: 40 $/Trade
Trader B verdient mit besserem R:R das Vierfache, obwohl er seltener gewinnt.
Professionelle R:R-Vorgaben
| Setup-Typ | Mindest-R:R | Ziel-R:R |
|---|---|---|
| Scalping | 1.5:1 | 2:1 |
| Daytrading | 2:1 | 3:1 |
| Swing-Trading | 2.5:1 | 4:1+ |
| Positionstrading | 3:1 | 5:1+ |
⚠️ Die harte Wahrheit
Die meisten Privatanleger nehmen 1:1 oder schlechter, weil sie:
- zu spät einsteigen (50 % der Bewegung sind gelaufen)
- ungeduldig sind (das Ziel ist „zu weit weg“)
- Stops zu eng setzen (sie wollen nicht „so viel“ riskieren)
Ergebnis: Schlechte Erwartung: Selbst wer oft richtigliegt, verliert nach Gebühren Geld.
R:R-Fehler, die Konten killen
Trades unabhängig vom R:R nehmen
„Das Setup gefällt mir wirklich“ ≠ gutes R:R. Der Chart sieht schön aus, bietet aber nur 1:0,8 R:R.
Runde Zahlen als Ziel
Einstieg 47,20 $, Stop 45,80 $, Ziel 50,00 $, weil „das eine schöne runde Zahl ist“.
Risiko: 1,40 $, Chance: 2,80 $ = 1:2 R:R sieht gut aus... aber bei 50 $ könnte massiver Widerstand liegen.
Stops verschieben, um das R:R zu „verbessern“
Einstieg 100 $, sauberer Stop 95 $ (1:3 R:R). Aber „das sind 500 $ Risiko!“, also Stop auf 98 $ (1:7,5 R:R!).
Problem: Der Stop liegt jetzt im Rauschen. Du wirst in 90 % statt in 40 % der Fälle ausgestoppt. „Tolles“ R:R, miserable Ausführung.
R:R vom aktuellen Preis aus messen (Überlebensfehler)
Einstieg bei 100 $, jetzt 105 $. „Von hier aus ist mein R:R 1:4!“ Falsch. Dein R:R misst sich vom EINSTIEG.
Professionelle R:R-Strategie
Ein Verhältnis ist die halbe Erwartung
Eine Chance-zu-Risiko-Zahl allein entscheidet nichts. Lektion 24 zeigt einen Stop mit dem besten Chance-Risiko-Verhältnis der Seite, 9,2 zu eins, der nur eine Trefferquote von 9,8 Prozent bräuchte und trotzdem Geld verliert, weil vier von fünf Trades nie herausfinden, ob sie richtiglagen.
Warum das Paar zählt: Bei 2 zu 1 liegt dein Break-even bei einer Trefferquote von 33,3 Prozent, vor Kosten. Das Verhältnis setzt die Schwelle; ob du sie überschreitest, ist eine eigene Messung — und die braucht Hunderte von Trades.
Teilgewinne mitnehmen
Nimm 50 % bei 2R und lass 50 % bis 4R und weiter laufen. Das sichert Gewinne und lässt Raum für die großen Treffer.
Tatsächliches R:R: (0,5 × 2R) + (0,5 × 4R) = im Schnitt 3R auf die Gewinner
Trailing-Stops für asymmetrisches R:R
Erstes Ziel 3:1, aber ab 2R mit Trailing-Stop arbeiten. Manchmal erwischst du einen 10R-Läufer.
Das erzeugt positive Schiefe: Verluste bei 1R gedeckelt, Gewinne gelegentlich 5-10R.
R:R-Filter nach Zeitebene
- Scalping: mindestens 1,5:1 (enges R:R, wenig Spielraum)
- Daytrading: mindestens 2:1
- Swing-Trading: mindestens 2,5:1
- Positions-Trading: mindestens 3:1
Längere Zeitebenen = mehr Rauschen = besseres R:R nötig, um das auszugleichen.
🎯 Die ATR-Methode für Ziele
So setzen Profis realistische Ziele:
- Stop: 1-1,5 ATR unter dem Einstieg
- Ziel: 2-3 ATR über dem Einstieg
- Ergebnis: automatisch 2:1 bis 3:1 R:R, abgeleitet aus der Volatilität
Siehe Lektion 21: Wohin der Stop gehört für mehr.
💰 Gewinn/Verlust-Rechner
Ein Gewinn in Dollar ist mit nichts vergleichbar. Teile ihn durch das, was im Risiko stand, und er wird zu einer Zahl, die du über Trades hinweg addieren kannst.
💡 Verfolge beide Kennzahlen
Der Dollar-P&L zeigt den absoluten Gewinn. Der Prozentsatz zeigt die Effizienz. Für eine saubere Leistungsmessung brauchst du beides.
Warum Prozente mehr sagen als Dollar
⚠️ Das Kontextproblem
Ein absoluter Dollar-P&L sagt ohne Kontext nichts:
- Hedgefonds macht 1 Mio. $ auf 100 Mio. $ = 1 % (Misserfolg)
- Privatanleger macht 1.000 $ auf 10.000 $ = 10 % (überragend)
Echter Vergleich
Trader A: „Sieh dir meine Gewinne an!“
- Konto: 100.000 $
- Gewinn: 2.000 $
- Rendite: 2 %
- Trades: 50
- Schnitt pro Trade: 0,04 %
Trader B: „Nur kleine Gewinne“
- Konto: 5.000 $
- Gewinn: 750 $
- Rendite: 15 %
- Trades: 30
- Schnitt pro Trade: 0,5 %
Trader B ist WEIT besser, aber Trader A „fühlt sich reicher“, weil das Gehirn nur Dollar sieht.
Die Falle des Überlebensfehlers
Dein Gehirn erinnert sich an:
- ✓ den 500-$-Gewinner (fühlt sich großartig an)
- • und vergisst die 8 × 100-$-Verlierer
Ergebnis netto: -300 $, aber du „fühlst“ dich profitabel, weil dieser eine Gewinn im Gedächtnis blieb.
✓ Was Profis verfolgen
- Dollar-P&L: zahlt die Rechnungen
- Prozentuale Rendite: misst das Können
- R-Multiples: machen verschiedene Setups vergleichbar
- Erwartung: Durchschnittsgewinn pro Trade (die wichtigste Kennzahl)
Psychologische Fallen beim P&L-Tracking
Dollar-Verankerung
Dein Gehirn bewertet 1.000 $ als 1.000 $, unabhängig von der Kontogröße.
Ergebnis:
- Trader mit 50.000 $, der 500 $/Tag macht (1 %), fühlt sich „arm“
- Trader mit 5.000 $, der 500 $/Tag jagt (10 %), fühlt sich „motiviert“
Positionsgröße nach Zuversicht wählen
„Bei diesem Trade bin ich mir wirklich sicher“ → 500 Anteile statt der üblichen 100.
Problem: Zuversicht ≠ Vorteil. Die Positionsgröße gehört KONSTANT gehalten.
Rache-Größe
500 $ verloren, also riskiert der nächste Trade 1.000 $, um es „zurückzuholen“.
So sterben Konten. Die Positionsgröße darf NIE vom vorherigen Trade abhängen.
📊 Verfolge deinen Durchschnittsgewinn und -verlust
Nach 50 Trades solltest du wissen:
- Durchschnittlicher Gewinner: +X %
- Durchschnittlicher Verlierer: -Y %
- Erwartung: Z $ pro Trade
Wenn du nicht regelmäßig 1-2 % pro Gewinn-Trade schaffst, stimmt etwas mit deiner Ausführung nicht.
Der 10-%-Monats-Realitätscheck
+10 % in EINEM Trade = großartig
+10 % in 50 Trades = entweder Genie oder kurz vor dem Knall
Warum? Konstante 10 % pro Trade heißt, dass du entweder riesiges Risiko fährst oder Glück hast. Beides ist nicht haltbar.
Verfolge deine DURCHSCHNITTSRENDITE pro Trade über 50 Trades und mehr. Das ist dein echter Vorteil.
💸 Gebühren- und Provisionsrechner
Die Provision ist eine von vier Abgaben und die einzige, die du vor dem Trade aus einem Preisverzeichnis ablesen kannst. Lektion 10 beziffert alle vier an einem einzigen Trade.
💡 Wirkung der Gebühren
Jeder Trade beginnt im Loch. Rechne den Break-even VOR dem Einstieg aus, um die wahren Handelskosten zu kennen.
Warum Gebühren Scalper killen (und alle anderen auch)
Bei jedem Trade startest du im Loch. Bevor sich der Preis überhaupt bewegt, schuldest du Provisionen, Gebühren, Spread und Slippage.
⚠️ Die Todesspirale des Scalpers
Ein Scalper mit 20 Trades am Tag zu 10 $ hin und zurück zahlt 200 $ am Tag an Gebühren = 4.000 $ im Monat = 48.000 $ im Jahr, nur um bei null herauszukommen.
Die meisten Privatanleger rechnen das erst nach einem verlorenen Jahr durch und wundern sich, warum sie „Trades gewinnen, aber Geld verlieren“.
Die harte Mathematik
Beispiel: die versteckten Kosten
Bei einer Position von 10.000 $:
- Provision: 10 $ (hin und zurück)
- Börsen- und Aufsichtsgebühren: 20 $ (0,2 % hin und zurück)
- Geschätzte Slippage: 10 $
- Gesamtkosten: 40 $
Du brauchst allein +0,4 % Bewegung, um bei null herauszukommen.
Und wenn du 0,3-%-Bewegungen scalpst? Dann gehst du langsam pleite.
Die Gebührenhierarchie (von gut nach schlecht)
| Strategie | Häufigkeit | Gebühren als Anteil der Rendite | Urteil |
|---|---|---|---|
| Langfristiges Investieren | Monatlich und länger | 0.01-0.1% | Tragfähig |
| Swing-Trading | Woche | 1-2% | Machbar |
| Daytrading | Tag | 10-20% | Schwierig |
| Scalping | Minuten | 30-60% | Nahezu unmöglich |
📊 Beispiel eines echten Traders
Ein Trader scalpt 10 Trades am Tag:
- Positionsgröße: je 5.000 $
- Bruttogewinn pro Trade: 25 $ (0,5 % im Schnitt)
- Gebühren pro Trade: 15 $ (Provision plus Gebühren)
- Nettogewinn pro Trade: 10 $
Brutto am Tag: 250 $
Gebühren am Tag: 150 $
Netto am Tag: 100 $
Die Gebühren fraßen 60 % der Gewinne. Nach 6 Monaten hatte der Trader 12.000 $ statt der „eigentlich möglichen“ 30.000 $.
Kostenstruktur im Detail
Rechne den Break-even VOR dem Einstieg
Die meisten Trader steigen zuerst ein und merken dann, dass sie +0,3-0,5 % allein für den Break-even brauchen.
Formel: Break-even = Einstieg + (Gesamtgebühren / Positionsgröße)
Wenn der Break-even mehr als 0,3 % Bewegung verlangt, handelst du entweder zu viel oder mit der falschen Strategie.
Warum market makers gewinnen
Sie haben strukturelle Vorteile:
- Sie verdienen den Spread (du ZAHLST ihn)
- Sie zahlen niedrigere Provisionen (Mengenrabatte)
- Sie bekommen Rabatte für bereitgestellte Liquidität (du ZAHLST dafür, Liquidität zu nehmen)
Ergebnis: Sie starten in jedem Trade mit 0,5 % Vorsprung.
Nur die Provisionen verfolgen
Provisionen sind der kleinste Teil der Handelskosten.
Die vollständige Kostenaufstellung:
- Provision: 5-10 $
- Spread: 10-50 $ (je nach Liquidität)
- Slippage: 5-20 $ (je nach Volatilität)
- Börsen- und Aufsichtsgebühren: 5-15 $
🎯 Die optimale Handelsfrequenz
Für die Handelsfrequenz gibt es ein Optimum:
- Zu wenige Trades: verpasste Gelegenheiten, ungenutztes Kapital
- Zu viele Trades: Tod durch Gebühren, Überhandeln
- Der Sweet Spot: 2-10 Trades pro Woche für die meisten Privatanleger
Jeder Trade sollte genug Gewinnpotenzial bieten, um die Gebührenlast zu rechtfertigen (mindestens 2:1 R:R nach Gebühren).
📚 Mehr über Handelskosten lernen
📈 Zinseszins-Rechner
Zinseszins ist Arithmetik, keine Magie, und er ist langsam genug, dass der Drawdown zuerst kommt. Lektion 20 beziffert, wie viel langsamer.
💡 Die Magie des Zinseszinses
10 % im Monat ≠ 120 % im Jahr. Es sind 214 %, wegen des Zinseszinses. Kleine gleichmäßige Gewinne schlagen große unregelmäßige.
Die Kraft (und die Zerbrechlichkeit) des Zinseszinses
Alle zitieren Einstein zum Zinseszins. Was sie nicht dazusagen: Zinseszins ist LANGSAM und ZERBRECHLICH. Er verlangt BESTÄNDIGKEIT, keine Volltreffer.
📊 Einfacher Zins gegen Zinseszins
Einfach (falsch): 10.000 $ × 10 % im Monat × 12 = 22.000 $
Zinseszins (richtig): $10,000 → $11,000 → $12,100 → $13,310... → 31.384 $
Du hast 21.384 $ gemacht, nicht 12.000 $. Das ist die Kraft des Zinseszinses.
Aber das sagt dir niemand dazu
⚠️ Zinseszins ist zerbrechlich
Szenario: Derselbe Trader, EIN schlechter Monat (-20 %) im sechsten Monat:
- Stand nach Monat 6: 17.715 $
- Nach -20 %: 14.172 $
- Monat 12 (6 weitere zu 10 %): 25.093 $
Ein schlechter Monat kostete 6.291 $ am Endwert.
Der Gleichmäßige gegen den Achterbahnfahrer
✓ Der Gleichmäßige
- Start: 10.000 $
- Rendite: 5 % jeden Monat
- 12 Monate
- Ende: 17.958 $
❌ Die Achterbahn
- Start: 10.000 $
- Rendite: abwechselnd +20 %, -10 %
- Durchschnitt: 5 %/Monat
- Ende: 15.036 $
Dieselbe DURCHSCHNITTSRENDITE, aber die Schwankung hat 16 % des Endwerts vernichtet.
✓ Das eigentliche Geheimnis
Es geht nicht um riesige Renditen. Es geht um kleine Renditen OHNE große Drawdowns.
5 % im Monat ohne -20-%-Monate schlagen 15 % im Monat mit gelegentlichen -30-%-Einbrüchen.
Deshalb zählt die Sharpe-Ratio (Beständigkeit) mehr als die reine Rendite.
Realitätscheck: Wie lange bis 1 Mio. $
Alle wollen wissen: „Wie lange dauert es, aus 10.000 $ eine Million zu machen?“
| Monatsrendite | Zeit bis 1 Mio. $ | Realistisch? |
|---|---|---|
| 3 % | 126 Monate (10,5 Jahre) | Erreichbar |
| 5 % | 94 Monate (7,8 Jahre) | Weltklasse |
| 10 % | 48 Monate (4 Jahre) | Elite (nicht haltbar) |
| 20 % | 24 Monate (2 Jahre) | Auf Dauer unmöglich |
| 50 % | 10 Monate | Betrugsverdacht |
⚠️ Die harte Wahrheit
- 3-5 % im Monat: realistisch für gute Trader
- 7-10 % im Monat: Elitebereich (schwer zu halten)
- 15 % und mehr im Monat: entweder Genie, Glück oder kurz vor dem Knall
- 50 % und mehr im Monat: Marketinglüge
Warum zusätzliches Kapital zählt
10.000 $ zu 5 % im Monat:
- Monat 12 (ohne Einzahlungen): 17.958 $
- Monat 12 (mit 500 $ im Monat): 25.614 $
500 $ im Monat = 7.656 $ MEHR am Ende.
Manchmal ist die beste Handelsstrategie ein Job.
Gewinne zu früh entnehmen
Ein Trader macht 2.000 $ und entnimmt sie, um „Gewinne zu sichern“.
Problem: Damit hast du die Exponentialkurve gebrochen. Aus diesen 2.000 $ hätten im nächsten Jahr 10.000 $ werden können.
Professionelle Zinseszins-Strategie
Der Ansatz in drei Phasen
Phase 1: Wachstum (0-2 Jahre)
- Nichts entnehmen, alles reinvestieren
- Monatlich Kapital von außen zuführen
- Auf Prozentrenditen achten, nicht auf Dollarbeträge
Phase 2: Skalierung (2-5 Jahre)
- Nur so viel entnehmen, wie die Lebenshaltung braucht
- Den Großteil der Gewinne reinvestieren
- Das Konto erreicht kritische Größe (ab 100.000 $)
Phase 3: Einkommen (ab 5 Jahren)
- 50-70 % der Gewinne entnehmen
- 30-50 % weiter verzinsen lassen
- Dauerhaft vom Handelseinkommen leben
Geometrische gegen arithmetische Rendite
Dein Depotauszug zeigt arithmetische Renditen (irreführend).
Beispiel: +50 %, dann -50 %
- Arithmetisches Mittel: (+50 % + -50 %) / 2 = 0 %
- Geometrische Rendite: 10.000 $ → 15.000 $ → 7.500 $ = -25 %
Verfolge immer die geometrische Rendite (das, was mit deinem Geld wirklich passiert ist).
Drawdown-Schutz
Zinseszins beschleunigt Gewinne. Er beschleunigt aber auch Verluste, wenn du im Drawdown steckst.
Regel: Bei mehr als 10 % im Minus die Positionsgröße halbieren, bis du dich erholt hast.
Besser langsam verzinsen als jahrelange Gewinne mit einer schlechten Serie zerstören.
🎯 Die 1-%-Tagesregel
Du willst ein realistisches Ziel? Peile im Schnitt 1 % pro TAG an.
- 1 % täglich = rund 21 % im Monat (bei 21 Handelstagen)
- Aber du wirst nicht jeden Tag 1 % schaffen (mal Gewinne, mal Verluste)
- Realistischer: 2-3 % an Gewinntagen, -1 % an Verlusttagen, im Schnitt 0,5 %
Verzinst ergibt das 10-15 % im Monat, wenn du es durchhältst (Eliteniveau).
📚 Mehr über Zinseszins lernen
🎯 Erwartungsrechner
E = p·b − (1−p), in Einheiten dessen, was du riskierst. Eine positive Erwartung ist kein Versprechen: Lektion 19 zeigt, dass es 571 Trades braucht, bis dein eigenes Protokoll eine belegen kann.
💡 Was das bedeutet
Die Erwartung ist dein Durchschnittsgewinn pro Trade. Ist sie positiv, druckst du Geld. Ist sie negativ, bist du mathematisch verloren.
Die Erwartung ist die EINZIGE Kennzahl, die zählt
Vergiss alles andere. Die Erwartung sagt dir, wie viel Dollar du im Schnitt pro Trade machst (oder verlierst). Diese eine Zahl entscheidet, ob du profitabel oder pleite bist.
💎 Die brutale Wahrheit
Positive Erwartung = Gelddruckmaschine
Negative Erwartung = langsamer Tod durch tausend Schnitte
Dazwischen gibt es nichts. Die Mathematik interessiert sich nicht für deine Gefühle.
Echtes Beispiel: zwei Trader, je 100 Trades
❌ Trader A: negative Erwartung
- Gewinne gesamt: 7.000 $
- Verluste gesamt: 9.000 $
- 100 Trades
- Erwartung: -20 $/Trade
Nach 1.000 Trades: -20.000 $
Das ist der Durchschnitt. Er sagt nichts über die Reihenfolge der Trades, und eine schlechte Serie darin sieht genauso aus wie eine gute Methode mit einem schlechten Monat.
✓ Trader B: positive Erwartung
- Gewinne gesamt: 12.000 $
- Verluste gesamt: 4.000 $
- 100 Trades
- Erwartung: +80 $/Trade
Nach 1.000 Trades: +80.000 $
Ebenfalls ein Durchschnitt und kein Versprechen. Lektion 19 zeigt, dass fünfzig Trades eine Methode mit 0,35R nicht von einer ganz ohne Vorteil unterscheiden können.
⚠️ Warum die meisten Trader scheitern
Sie verfolgen alles AUSSER der Erwartung:
- Gesamt-P&L (irreführend, kann Glück sein)
- größter Gewinn (irrelevant, wenn du ihn wieder hergibst)
- Anzahl grüner Tage (bedeutungslos, wenn die roten größer sind)
Verfolge die Erwartung. Sonst nichts.
Die Mathematik hinter der Erwartung
Die Erwartungsformel
Erwartung = (Gewinne gesamt - Verluste gesamt) / Anzahl der Trades
Das ist alles. Kinderleicht. Dein Durchschnittsgewinn pro Trade.
Profitfaktor (ergänzende Kennzahl)
📊 Profitfaktor = Gewinne gesamt / Verluste gesamt
Zeigt, wie viel du je verlorenem Dollar verdienst.
- PF < 1,0 = verlierendes System
- PF = 1,5-2,0 = profitables System
- PF > 3,0 = Elitesystem
Beispiel: 12.000 $ Gewinne / 4.000 $ Verluste = Profitfaktor 3,0
Durchschnittliches R-Multiple
Wenn du dein Risiko in R-Einheiten verfolgst (1R = dein Anfangsrisiko pro Trade):
Durchschnittliches R = Nettogewinn / (Anzahl der Trades × Risiko pro Trade)
Macht die Leistung über verschiedene Positionsgrößen hinweg vergleichbar.
Ziel: +0,5R bis +1R pro Trade = Profiniveau
Die Stichprobengröße zählt
| Anzahl der Trades | Vertrauensniveau |
|---|---|
| <30 | Statistisch nicht aussagekräftig |
| 30-100 | Grenzwertiges Vertrauen |
| 100-300 | Gutes Vertrauen |
| 300+ | Hohes Vertrauen |
Professionelle Erwartungswerte
✓ So sollten deine Zahlen aussehen
Scalping: 5-20 $ Erwartung pro Trade
Daytrading: 20-100 $ Erwartung pro Trade
Swing-Trading: 100-500 $ Erwartung pro Trade
Positions-Trading: 500-2.000 $ und mehr Erwartung pro Trade
Der Rahmen zur Verbesserung der Erwartung
Es gibt nur 2 Wege, die Erwartung zu verbessern:
1. Den durchschnittlichen Gewinner vergrößern
- Gewinner laufen lassen (Stops nachziehen)
- Teilgewinne an sinnvollen Zielen nehmen
- Besseres Einstiegstiming (R:R verbessern)
2. Den durchschnittlichen Verlierer verkleinern
- Verluste schneller begrenzen
- Engere Stops an der Struktur
- Setups mit schlechtem R:R ganz auslassen
Gewinne zu früh mitnehmen
Die meisten Trader schneiden Gewinner bei +1R ab und lassen Verlierer bis -1R laufen.
Ergebnis: Selbst bei 60 % Trefferquote ist die Erwartung NULL.
- Gestaffelt aussteigen: 50 % bei 2R, 50 % bis 4R und weiter
- Durchschnittlicher Gewinner: 3R
- Durchschnittlicher Verlierer: -1R
- Ergebnis: Positive Erwartung selbst bei 40 % Trefferquote
📖 Passende Lektionen
Für die ausführliche Herleitung der Erwartungsoptimierung:
📉 Drawdown-Erholungsrechner
Ein Rückgang von 50 % braucht 100 % Gewinn, um ihn aufzuheben. Diese Asymmetrie ist der Grund, warum der Anteil, den du riskierst, mehr zählt als der Vorteil, den du hast.
⚠️ Die Asymmetrie
Verluste tun exponentiell mehr weh, als Gewinne helfen. Ein Verlust von 50 % braucht 100 % Gewinn zur Erholung. Deshalb ist es entscheidend, einem drawdown vorzubeugen.
Warum die Erholung aus einem Drawdown exponentiell schwerer wird
Die meisten Trader unterschätzen, wie verheerend Drawdowns sind. Die Mathematik ist brutal: Je größer der Drawdown, desto exponentiell schwerer die Erholung.
⚠️ Die brutale Rechnung
10 % Verlust → 11 % Gewinn zur Erholung nötig
20 % Verlust → 25 % Gewinn nötig
30 % Verlust → 43 % Gewinn nötig
50 % Verlust → 100 % Gewinn nötig
70 % Verlust → 233 % Gewinn nötig (Karriereende)
Echtes Beispiel: zwei Trader
✓ Trader A: kontrollierter Drawdown
- Start: 10.000 $
- Maximaler Drawdown: -15 % (8.500 $)
- Nötige Erholung: +17,6 %
- 3 Monate zu 5 %/Monat = ERHOLT
❌ Trader B: massiver Drawdown
- Start: 10.000 $
- Maximaler Drawdown: -50 % (5.000 $)
- Nötige Erholung: +100 %
- 18 Monate zu 5 %/Monat = ERHOLT
15 Monate verloren durch schlechte Risikosteuerung
✓ Professioneller Standard
Institutionelle Trader werden bei -20 % Drawdown ENTLASSEN. Warum? Weil die Erholung zu teuer und zu langwierig ist. Dein Kapital hat Opportunitätskosten.
Realitätscheck: der Zeitrahmen der Erholung
Selbst mit soliden Monatsrenditen braucht die Erholung aus einem drawdown ZEIT. Je größer das Loch, desto länger schaufelst du, statt neue Gewinne zu machen.
Erholungsdauer bei verschiedenen Renditen
| Drawdown | bei 3 %/Monat | bei 5 %/Monat | bei 10 %/Monat |
|---|---|---|---|
| -10 % | 4 Monate | 2 Monate | 1 Monat |
| -20 % | 8 Monate | 5 Monate | 2 Monate |
| -30 % | 13 Monate | 8 Monate | 4 Monate |
| -50 % | 24 Monate | 15 Monate | 7 Monate |
⚠️ Realitätscheck
Beachte: Selbst bei 10 %/Monat (was AUSSERGEWÖHNLICH ist) braucht ein Drawdown von 50 % noch 7 Monate. In diesen 7 Monaten machst du KEINE neuen Gewinne, du kämpfst dich nur zurück auf null.
Opportunitätskosten
Während du dich von einem 50-%-Drawdown erholst, macht ein Trader, der bei maximal -10 % blieb, NEUE Gewinne. Ein Drawdown kostet nicht nur Geld, er kostet ZEIT und GELEGENHEIT.
Strategien gegen Drawdowns
Regel für den maximalen täglichen drawdown
Nach -2 % Kontoverlust für den Tag aufhören. Ohne Ausnahme.
Warum es funktioniert: Verhindert, dass emotionales Rache-Trading aus einem schlechten Tag eine karrierebeendende Woche macht.
Regel für den maximalen wöchentlichen drawdown
Nach -5 % Kontoverlust für die Woche aufhören.
Warum es funktioniert: Zwingt dich, zurückzusetzen, zu analysieren, was schiefläuft, und frisch wiederzukommen, statt tiefer zu graben.
Positionsgröße nach unten anpassen
Nach jedem Drawdown über 10 % die Positionsgröße halbieren, bis du wieder auf 5 % ans Hoch heran bist.
Warum es funktioniert: Kleinere Positionen bedeuten langsamere Erholung, verhindern aber, dass katastrophale Verluste weitergehen.
Grenzen für die Portfolio-Hitze
Nie mehr als 6-8 % Gesamtrisiko über alle offenen Positionen.
Warum es funktioniert: Selbst wenn jeder Trade gleichzeitig ausgestoppt wird (selten, aber möglich), überlebst du.
🎯 Die beste Erholungsstrategie?
Den großen Drawdown gar nicht erst haben.
Profis kümmern sich obsessiv um die VORBEUGUNG von Drawdowns, nicht um die Erholung. Verluste hart begrenzen, konservativ dimensionieren und die eigenen Maximalverlustregeln respektieren.
📚 Mehr über die Drawdown-Erholung lernen
📊 Rechner für den Positionsaufbau
Wer eine Position aufstockt, verschiebt seinen Durchschnittseinstieg und damit den Stopabstand und das R. Hier siehst du, was der zweite Einstieg mit dem ersten gemacht hat.
💡 Erkenntnis zum Aufstocken
Aufstocken hebt deinen Durchschnittseinstieg. Stocke nur auf, wenn die Bewegung den höheren Preis rechtfertigt. Sonst erhöhst du nur die Kostenbasis ohne entsprechendes Aufwärtspotenzial.
Die Wissenschaft des Positionsaufbaus
Aufstocken kann Gewinne verstärken — oder gute Trades katastrophal zerstören. Der Unterschied liegt darin, WANN und WIE du aufstockst.
💎 Die goldene Regel
Stocke nur in GEWINNER auf, nachdem sie sich bewiesen haben.
Stocke nie in Verlierer auf und hoffe auf eine Umkehr. Das heißt „verbilligen“, und so sprengen Privatanleger ihre Konten.
Echtes Beispiel: gutes und schlechtes Aufstocken
✓ Professionelles Aufstocken
- Einstieg 1: 100 $ × 100 Anteile
- Die Aktie steigt auf 105 $ (+5 %)
- Einstieg 2: 105 $ × 50 Anteile
- Ausstieg: 115 $
- Ergebnis: 1.750 $ Gewinn
Nach Bestätigung aufgestockt. Der Gewinner wurde größer.
❌ Verbilligen wie im Privatanlegerlehrbuch
- Einstieg 1: 100 $ × 100 Anteile
- Die Aktie fällt auf 95 $ (-5 %)
- Einstieg 2: 95 $ × 100 Anteile (MEHR Risiko!)
- Ausgestoppt: 90 $
- Ergebnis: -1.500 $ Verlust
In einen Verlierer aufgestockt. Aus einem kleinen Verlust wurde eine Katastrophe.
⚠️ die Falle
Privatanleger stocken auf, um „den Durchschnittseinstieg zu senken“. Das erhöht das Risiko verlierender Trades, während sie auf eine Umkehr hoffen, die selten kommt. Profis stocken auf, um die Beteiligung an bewiesenen Gewinnern zu ERHÖHEN.
Häufige Fehler beim Aufstocken
Zu früh aufstocken
Direkt nach dem Einstieg ohne Bestätigung nachlegen.
Problem: Du verdoppelst, bevor der Trade sich bewiesen hat. Dreht er, hast du den doppelten Verlust.
In gleichen Größen aufstocken
Auf jeder Stufe dieselbe Größe: 100 Anteile, dann 100, dann 100.
Problem: Spätere Einstiege wiegen so schwer wie frühe. Dein Durchschnittseinstieg klettert zu schnell.
Den Stop nicht nachziehen
Zur Position dazukaufen, aber den Stop auf dem ursprünglichen Einstiegsniveau lassen.
Problem: Wirst du ausgestoppt, trägt die gesamte Position samt Aufstockungen den vollen Verlust ab deinem Durchschnittseinstieg.
⚠️ Die mathematische Realität
Jede Aufstockung hebt deinen Durchschnittseinstieg und erhöht das eingesetzte Kapital. Stell sicher, dass das Setup noch Raum hat — lauf dem Preis nicht hinterher.
Professionelle Aufstockungsstrategien
Die 1-2-3-Pyramide
Aufbau:
- Einstieg 1: volle Position (z. B. 100 Anteile)
- Einstieg 2 bei +1R: halbe Größe (50 Anteile)
- Einstieg 3 bei +2R: Viertelgröße (25 Anteile)
So bleibt dein Durchschnittseinstieg niedrig, während du bewiesene Gewinner ausbaust.
Die Ausbruchsstaffel
Beginne mit 50 % der Position beim Ausbruch. Lege 25 % beim ersten Rücktest des Ausbruchsniveaus nach. Die letzten 25 % bei Bestätigung des Trends.
Warum es funktioniert: Senkt das Risiko, wenn der Ausbruch scheitert, fängt die Bewegung aber trotzdem ein, wenn er hält.
Die Pilotposition
Steige mit 25-33 % der geplanten Größe als „Pilotposition“ ein. Läuft es, stockst du auf volle Größe auf. Läuft es nicht, ist der Verlust klein.
Am besten geeignet für: Hohe Überzeugung, aber unsicheres Timing. Die Preisbewegung führt dich.
✓ Profi-Regeln
- Nie in eine verlierende Position aufstocken
- Immer die Größe mit jeder Aufstockung verringern (Pyramidenform)
- Stops nachziehen, während die Position wächst, um den ersten Einstieg zu schützen
- Hab einen Plan, bevor du einsteigst: Wo stockst du auf, wie viel und warum?
📚 Mehr über den Positionsaufbau lernen
⚡ Slippage-Realitätscheck
Slippage ist deine Größe gegen die Größe, die vor dir liegt. Lektion 11 zeigt, wie dasselbe Geld in einem Instrument 0,30 $ kostet und in einem anderen 80,00 $.
💡 Die unsichtbare Steuer
Slippage ist die unsichtbare Steuer auf jeden Trade. Market-Orders, breite Spreads und dünne Liquidität können deinen Vorteil zerstören, bevor du es merkst.
Die versteckten Kosten der Slippage
Slippage ist der Unterschied zwischen deinem erwarteten und deinem tatsächlichen Ausführungspreis. Pro Trade wirkt er klein, aber über die Zeit zerstört er deinen Vorteil.
⚠️ Die brutale Realität
Nur 0,1 % Slippage pro Trade (Einstieg plus Ausstieg = 0,2 % hin und zurück) bedeuten:
- 100 Trades = -2 % Belastung des Kontos
- 500 Trades = -10 % Belastung
- 1.000 Trades = -20 % Belastung
Deine Strategie mag profitabel sein, aber die Slippage macht sie zum Verlustbringer.
✓ Limit-Orders (geduldiger Trader)
- Ziel: 100,00 $
- Ausgeführt: 100,00 $
- Slippage: 0,00 $
- Vorteil erhalten
❌ Market-Orders (ungeduldiger Trader)
- Ziel: 100,00 $
- Ausgeführt: 100,20 $
- Slippage: 0,20 $ (0,2 %)
- Vorteil aufgezehrt
Wie Slippage den Vorteil zerstört
Beispiel: eine Scalping-Strategie
Vorteil der Strategie: 0,3 % pro Trade
Slippage: 0,15 % beim Einstieg + 0,15 % beim Ausstieg = 0,3 %
Vorteil netto: 0,3 % - 0,3 % = NULL
Eine profitable Strategie wird allein durch Slippage zur Nullnummer.
✓ Slippage senken
- Nutze Limit-Orders wann immer möglich
- Liquide Instrumente handeln (engere Spreads)
- Market-Orders meiden in volatilen Phasen
- Geld-Brief-Spanne prüfen bevor du einsteigst
- In den aktiven Stunden handeln (vor- und nachbörslich meiden)
📚 Mehr über Slippage lernen
📈 R-Multiple-Leistungstracker
R ist das, was du riskiert hast, und jedes durch R geteilte Ergebnis wird vergleichbar. In Lektion 85 geht es darum, was passiert, wenn R selbst sich bewegt.
💡 R-Multiple = Wahrheit
R-Multiples normieren die Leistung. Sie zeigen, wie viel du im Verhältnis zum eingesetzten Risiko verdient hast, und machen Trades unabhängig von der Größe vergleichbar.
Warum R-Multiples mehr sagen als Dollar
Der Dollar-P&L führt in die Irre. R-Multiples zeigen die Qualität deiner Trades, indem sie den Gewinn am Risiko messen.
💎 Was ist R?
R = dein Anfangsrisiko pro Trade (Abstand vom Einstieg zum Stop)
Steigst du bei 100 $ mit Stop bei 95 $ ein, ist dein 1R = 5 $ je Anteil.
Steigst du bei 110 $ aus, hast du 10 $ je Anteil verdient = 2R
Echtes Beispiel: gleicher P&L in Dollar, andere Qualität
✓ Trade A: hohe Qualität
- Risiko: 500 $ (1R)
- Gewinn: 1.000 $
- R-Multiple: +2R
- Qualität: hervorragend
❌ Trade B: niedrige Qualität
- Risiko: 2.000 $ (1R)
- Gewinn: 1.000 $
- R-Multiple: +0,5R
- Qualität: schlecht
Beide brachten 1.000 $, aber Trade A ist viermal so gut. R-Multiples machen das sichtbar.
Leistungsmaßstäbe in R-Multiples
✓ Professionelle Richtwerte
- +3R und mehr: Elite-Trade
- +2R bis +3R: guter Trade
- +1R bis +2R: akzeptabler Trade
- 0R bis +1R: grenzwertiger Trade
- -1R: Sauberer Verlust (Plan befolgt)
- Unter -1R: Katastrophe (Stop nicht eingehalten)
Ziel für das durchschnittliche R-Multiple
Profitable Trader liegen im Schnitt bei +0,5R bis +1R pro Trade
Das klingt wenig, aber über 100 Trades:
- +0,5R im Schnitt × 100 Trades = +50R insgesamt
- Bei 1R = 100 $ sind das 5.000 $ Gewinn
Beständigkeit schlägt Volltreffer.
🎯 Break-even-Rechner
Jede Position eröffnet mit einem Verlust in Höhe der vier Abgaben. Hier siehst du, wie weit der Preis laufen muss, bis du wieder bei null bist.
⚠️ Die versteckte Hürde
Jeder Trade beginnt wegen Gebühren, Provisionen und Slippage im Minus. Du brauchst Preisbewegung, um überhaupt bei null anzukommen, bevor du Gewinn machst.
Die Break-even-Hürde, über die niemand spricht
Die meisten Trader schauen auf Gewinnziele und übersehen die versteckte Hürde: Du startest JEDEN Trade wegen der Kosten im Minus.
⚠️ Beispiel: Position über 10.000 $
- Provision beim Einstieg: 5 $
- Provision beim Ausstieg: 5 $
- Aufsichtsgebühren: 10 $
- Slippage beim Einstieg (0,1 %): 10 $
- Slippage beim Ausstieg (0,1 %): 10 $
- Kosten gesamt: 40 $
Du brauchst 40 $ Gewinn, nur um bei null zu landen. Bei einer Position von 10.000 $ zu 100 $ je Anteil sind das 0,40 $ je Anteil oder 0,4 % Bewegung.
Wirkung auf verschiedene Handelsstile
| Stil | Typisches Ziel | Break-even-Kosten | Auswirkung |
|---|---|---|---|
| Scalping | 0,3 % | 0,25 % | Frisst 83 % des Vorteils |
| Daytrading | 1 % | 0,3 % | Frisst 30 % des Vorteils |
| Swing-Trading | 5 % | 0,3 % | Frisst 6 % des Vorteils |
| Positionstrading | 20 % | 0,3 % | Frisst 1,5 % des Vorteils |
💡 Die Mathematik lügt nicht
Kürzere Zeitebenen = Kosten fressen einen größeren Anteil des Vorteils. Deshalb verlieren die meisten Scalper und Swing-Trader haben die besseren Karten.
So senkst du deine Break-even-Hürde
Broker ohne Provision nutzen
Von 5-10 $ pro Trade auf 0 $ wechseln. Bei 100 Trades im Jahr sind das 500-1.000 $ Ersparnis.
Einschränkung: Achte auf breitere Spreads und darauf, dass für order flow bezahlt wird.
Limit-Orders nutzen
Wer den Spread überquert, zahlt ihn. Wer ein Limit stellt, verdient ihn stattdessen — und zahlt in einer anderen Währung: Die Ausführungen, die du bekommst, sind die, die anschließend gegen dich liefen. Lektion 58 beziffert diesen Tausch.
Der Preis: Ein Limit vereinnahmt bei jeder Ausführung den Spread und verliert trotzdem Geld, wenn die Auswahl schlecht genug ist. Miss deine eigenen Ausführungen, bevor du annimmst, in welche Richtung es geht.
Liquide Instrumente handeln
Engere Geld-Brief-Spannen = weniger Slippage. Vergleich:
- SPY-Spread: 0,01 $ (0,001 %)
- Spread einer Nebenwertaktie: 0,10 $ (2 %)
Liquidität zählt mehr, als die meisten glauben.
🎯 Unter dem Strich
Deine Break-even-Hürde entscheidet, welche Strategien tragfähig sind. Hochfrequente Strategien brauchen institutionelle Kostenstrukturen, um zu funktionieren. Privatanleger sollten längere Zeitebenen wählen, auf denen Kosten weniger wiegen.
📚 Mehr über die Break-even-Erholung lernen
🔥 Portfolio-Hitze-Rechner
Hitze ist das Höchste, was ein Buch verlieren kann, nicht das, was es üblicherweise verliert. Lektion 72 stellt die entscheidende Frage: Wie oft ist das Maximum das Ergebnis?
Position 1
Position 2 (optional)
Position 3 (optional)
💡 Regeln zur Portfolio-Hitze
✅ 0-6%: Sicherer Bereich
⚠️ 6-8%: Vorsicht geboten
🚨 >8%: GEFAHR — keine neuen Trades mehr
Portfolio-Hitze: das wirkliche Risiko deines Kontos
Du hältst dich für „diversifiziert“ über 5 Positionen. Aber wenn es alles Tech-Aktien sind, fallen sie ALLE am selben Tag. Die Portfolio-Hitze zeigt dein WAHRES Risiko.
🚨 Die versteckte Gefahr
5 Positionen × je 2 % Risiko = 10 % Portfolio-Hitze
Eine Sektorrotation, eine Fed-Ankündigung, ein Makroschock — und ALLE deine Stops werden getroffen. Das sind keine 2 % Verlust. Das sind 10 %.
Reales Beispiel: der COVID-Crash im März 2020
Ein Trader hatte 6 „diversifizierte“ Positionen:
- AAPL, MSFT, GOOGL (Tech)
- JPM, BAC (Banken)
- DIS (Unterhaltung)
Portfolio-Hitze: 12 % (2 % pro Trade)
12. März 2020: ALLE Positionen wurden an EINEM Tag ausgestoppt. 12 % Verlust in 6 Stunden.
💎 Professioneller Standard
- höchstens 6 % Portfolio-Hitze für Privatanleger
- höchstens 10 % für Profis mit Absicherungen
- höchstens 15 % für Prop-Firmen mit strenger Risikokontrolle
Der Tag, an dem jeder Stop auslöst
Hitze ist ein Maximum. Fünf Positionen mit je einem Prozent verlieren fünf Prozent, wenn alle fünf Stops auslösen, und keine Korrelation macht diese Zahl größer. Was die Korrelation entscheidet, ist, wie oft fünf Prozent der Tag ist, den du tatsächlich bekommst.
Lektion 72 beziffert das genau, an vier Positionen mit je zwei Prozent:
| Nominale Hitze | 8 % | das Höchste, was das Buch verlieren kann |
| Tägliche Standardabweichung | 7,84 % | 98 % des Maximums |
| Alle vier gegen dich, Korrelation 0,9472 | 40,53 % | an einem Tag von 2,5 |
| Alle vier gegen dich, unabhängig | 6,25 % | einmal in 16 Tagen |
Das Maximum hat sich nicht bewegt. Es hat aufgehört, selten zu sein, und das ist das schwerere Problem, denn es ist der Unterschied zwischen einem drawdown, von dem man liest, und einem drawdown, den man aussitzen muss.
Die Frage an eine Hitzezahl lautet also nicht, ob sie unter irgendeiner Schwelle liegt. Sie lautet: Wie oft ist das das Ergebnis? Der Korrelationsrechner auf dieser Seite beantwortet das und reproduziert die Zahlen der Lektion exakt.
Nur zu Bildungszwecken. Der Handel ist mit erheblichem Verlustrisiko verbunden. Keine Finanzberatung. Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Professionelle Regeln zur Portfolio-Hitze
Regel 1: Nie über 6-8 % Hitze
Übersteigt deine gesamte Portfolio-Hitze 6 %, nimm KEINE neuen Trades mehr. Warte, bis eine Position schließt.
- Privatanleger: höchstens 6 %
- Erfahrene Trader: höchstens 8 %
- Prop-Trader mit Absicherungen: höchstens 10 %
Regel 2: Korrelation einrechnen
Sind deine Positionen korreliert (gleicher Sektor, gleiche Richtung), senke die Hitzegrenze auf 4-5 %.
Beispiel: 3 Tech-Longs + 2 Energie-Shorts = stark korreliert. Höchstens 5 % Hitze.
Regel 3: Hitze vor Ereignissen senken
Halbiere die Portfolio-Hitze vor:
- FOMC-Sitzungen
- Veröffentlichungen von Inflations- und Arbeitsmarktdaten
- Quartalszahlen (wenn du Aktien hältst)
- Wochenenden (wenn es dich beunruhigt)
Regel 4: täglich verfolgen
Berechne die Portfolio-Hitze JEDEN Morgen, bevor du neue Trades eingehst. Mach es zum Teil deiner Vorbörsenroutine.
Setz ein Lesezeichen auf diesen Rechner und nutze ihn täglich.
🎲 Kelly-Kriterium-Rechner
Kelly maximiert das langfristige Wachstum bei Parametern, die du exakt kennst. Du kennst sie nicht exakt, und deshalb ist der Anteil, den man verwendet, ein Bruchteil von Kelly.
💡 Kelly übersetzt
Kelly sagt dir die optimale Einsatzgröße für maximales langfristiges Wachstum. Es setzt aber voraus, dass du Drawdowns von 30-50 % aushältst. Kannst du nicht. Nimm Viertel-Kelly.
Kelly-Kriterium: optimale Positionsgröße (in der Theorie)
Das Kelly-Kriterium ist eine mathematische Formel, die John Kelly 1956 zur Bestimmung der optimalen Einsatzgröße entwickelte. Sie wird von professionellen Spielern, Hedgefonds und Quant-Tradern genutzt.
📐 Die Formel
Kelly-% = (Trefferquote × durchschn. R:R - Verlustquote) / durchschn. R:R
Dabei gilt:
- Trefferquote = Anteil der Trades, die gewinnen
- Verlustquote = Anteil der Trades, die verlieren (1 - Trefferquote)
- Durchschn. R:R = durchschnittlicher Gewinn / durchschnittlicher Verlust
Beispielrechnung
Kennzahlen der Strategie:
- Trefferquote: 55 %
- Durchschnittsgewinn: 300 $
- Durchschnittsverlust: 150 $
- R:R = $300/$150 = 2:1
Kelly-% = (0,55 × 2 - 0,45) / 2 = (1,10 - 0,45) / 2 = 0,325 = 32,5 %
Die Formel sagt: Setze in JEDEM Trade 32,5 % deines Kontos.
🚨 Das Problem
Volles Kelly maximiert das langfristige Wachstum, erzeugt aber BRUTALE Drawdowns (30-50 %). Eine Verlustserie und du bist psychisch am Ende.
Kein Privatanleger hält die Schwankungen des vollen Kelly aus.
Warum volles Kelly dich zerstört
Das Kelly-Kriterium ist mathematisch optimal für langfristiges Wachstum. Es ist für Menschen zugleich psychologisch unmöglich.
Simulation: volles Kelly gegen Viertel-Kelly
Strategie: 55 % Trefferquote, 2:1 R:R, 100 Trades
🔴 Volles Kelly (32,5 % pro Trade)
Startguthaben: 10.000 $
- Trade 1: 3.250 $ riskiert, verloren → 6.750 $
- Trade 2: 2.194 $ riskiert, verloren → 4.556 $
- Trade 3: 1.481 $ riskiert, verloren → 3.075 $
- Trade 4: 1.000 $ riskiert, verloren → 2.075 $
79 % im Minus nach 4 Verlusten in Folge
Auch wenn dein Vorteil echt ist: Du bist psychisch am Ende und hörst auf.
✅ Viertel-Kelly (8 % pro Trade)
Startguthaben: 10.000 $
- Trade 1: 800 $ riskiert, verloren → 9.200 $
- Trade 2: 736 $ riskiert, verloren → 8.464 $
- Trade 3: 677 $ riskiert, verloren → 7.787 $
- Trade 4: 623 $ riskiert, verloren → 7.164 $
28 % im Minus nach 4 Verlusten
Schmerzhaft, aber überlebbar. Du handelst weiter und erholst dich.
💎 Die Lehre
Volles Kelly optimiert auf Dollar, nicht auf Psyche.
Es kümmert sich nicht darum, ob du nachts schlafen kannst. Es kümmert sich nicht darum, ob du nach einem Drawdown aufgibst. Viertel-Kelly opfert etwas Aufwärtspotenzial für Überlebensfähigkeit.
Totes Kapital verzinst sich mit 0 %. Fraktionales Kelly hält dich im Spiel.
Fraktionales Kelly: was Profis wirklich nutzen
Profis nutzen kein volles Kelly. Sie nutzen fraktionales Kelly — einen Anteil dessen, was die Formel empfiehlt.
| Kelly-Bruchteil | Maximaler drawdown | Wachstumsrate | Wer es nutzt |
|---|---|---|---|
| Volles Kelly (100 %) | 40-60% | Maximum | Spieler, Zocker |
| Halbes Kelly (50 %) | 25-35% | rund 75 % des Maximums | Aggressive Hedgefonds |
| Viertel-Kelly (25 %) | 15-20% | rund 50 % des Maximums | Professionelle Trader ✓ |
| Achtel-Kelly (12,5 %) | 8-12% | rund 25 % des Maximums | Konservativ institutionell |
Empfohlen: Viertel-Kelly
Nimm den Kelly-Prozentsatz und teile ihn durch 4. Das ergibt:
- ✅ 50 % der Wachstumsrate
- ✅ maximale Drawdowns von 15-20 % (überlebbar)
- ✅ psychische Ruhe, um weiterzuhandeln
- ✅ Spielraum für Schätzfehler in deinen Kennzahlen
Beispiel: Volles Kelly sagt 32 %? Nimm 8 % pro Trade.
⚠️ Wichtiger Vorbehalt
Kelly setzt voraus, dass deine Kennzahlen (Trefferquote, R:R) EXAKT sind. Sind sie nicht. Märkte ändern sich. Dein Vorteil verfällt. Fraktionales Kelly gibt dir eine Sicherheitsmarge für den Fall, dass deine Zahlen falsch sind.
Praktische Anwendung
Schritt 1: Berechne Trefferquote und durchschnittliches R:R aus den letzten 50-100 Trades
Schritt 2: Wende die Kelly-Formel an
Schritt 3: Teile durch 4 (Viertel-Kelly)
Schritt 4: Vergleiche mit deinem aktuellen Risiko pro Trade (1-2 %)
Schritt 5: Nimm den KLEINEREN der beiden Werte
Profi-Tipp: Wenn Viertel-Kelly 8 % sagt, du aber sonst 2 % riskierst, bleib bei 2 %. Kelly gibt dir eine Obergrenze, keine Untergrenze.
📚 Mehr über das Kelly-Kriterium lernen
🔗 Rechner für korrelationsbereinigtes Risiko
Fünf Positionen mit je 1 % können nie mehr als 5 % verlieren. Korrelation hebt diese Grenze nicht an; sie entscheidet, wie oft du sie erreichst. Hier wird ausgerechnet, wie oft.
• Aktien desselben Sektors (z. B. 5 Tech-Werte): 0.70-0.90
• Verschiedene Sektoren, gleiche Richtung: 0.40-0.60
• Longs und Shorts (abgesichert): 0.00-0.30
• Verschiedene Anlageklassen: -0.20-0.20
💡 Was das bedeutet
Effektives Risiko = nominales Risiko × √(N × durchschn. Korrelation)
Bewegen sich deine Positionen gemeinsam, treffen sie ihre STOPS gemeinsam. Korrelation verstärkt das Risiko.
Warum Korrelation die „Diversifikation“ zerstört
Du hast 5 Positionen. Du riskierst je 1 %. Gesamtrisiko: 5 %, oder?
FALSCH.
Sind diese 5 Positionen korreliert (gleicher Sektor, gleiche Richtung), bewegen sie sich GEMEINSAM. Fällt eine, fallen ALLE.
🚨 Die Formel
Effektives Risiko = nominales Risiko × √(N × durchschnittliche Korrelation)
Dabei gilt:
- N = Anzahl der Positionen
- Nominales Risiko = Summe der Einzelrisiken
- Durchschnittliche Korrelation = mittlere Korrelation zwischen den Positionen
Beispiel: 5 Tech-Aktien
Deine Positionen: AAPL, MSFT, GOOGL, NVDA, AMD
Risiko je Position: 1 %
Nominales Risiko: 5% (1% × 5)
Durchschnittliche Korrelation: 0,80 (Tech-Aktien laufen gemeinsam)
Effektives Risiko = 5 % × √(5 × 0,80) = 5 % × √4 = 5 % × 2,0 = 10 %
Du DENKST, du riskierst 5 %.
Du riskierst TATSÄCHLICH 10 %.
Eine Sektorrotation, eine Fed-Rede, ein Makroereignis — und ALLE deine Stops werden in derselben Stunde getroffen.
💎 Die brutale Wahrheit
Diversifikation ist ein Mythos, wenn deine Positionen korreliert sind.
5 Tech-Aktien = 1 Wette auf den Tech-Sektor
3 Krypto-Positionen = 1 Wette auf Krypto
4 Energie-Longs = 1 Wette auf den Ölpreis
Diversifikation ist eine Behauptung über Korrelation, und die ist messbar: Rechne nach, statt Ticker zu zählen.
Durchgerechnet: vier Regeln, ein Buch
Das ist das Buch, das Lektion 72 beziffert, jede Zahl unten ist also aus jener Seite und aus dem Rechner oben reproduzierbar.
Vier Positionen. Je zwei Prozent riskiert. Eine paarweise Korrelation von 0,9472, wie sie Lektion 71 zwischen zwei Regeln auf demselben Instrument gemessen hat.
Was die drei Zahlen sind
| Nominale Hitze | 4 × 2 % = 8 % | Das Höchste, was das Buch verlieren kann. Keine Standardabweichung. |
| Tägliche Standardabweichung | 7,84 % | 98 % des Maximums, weil die vier sich kaum unterscheiden. |
| Alle vier gegen dich | 40,53 % | Einmal in 2,5 Tagen. Unabhängig wäre es einmal in 16. |
Was Korrelation tatsächlich bewirkt
Sie macht die 8 % nicht größer. Nichts kann das: Vier Stops mit je zwei Prozent verlieren acht Prozent, wenn sie alle auslösen, und damit endet die Rechnung. Was Korrelation ändert, ist, wie oft acht Prozent das Ergebnis sind.
Bei einer Korrelation von null laufen alle vier am selben Tag einmal in 16 Tagen gegen dich. Bei 0,9472 einmal in 2,5. Der schlimmste Fall hat sich nicht bewegt. Er hat nur aufgehört, selten zu sein.
Warum das mehr zählt als eine größere Zahl
- Ein Maximum, das dir zweimal im Jahr begegnet, ist ein Randfall. Ein Maximum, das dir zweimal die Woche begegnet, ist deine gewöhnliche Schwankung, und die musst du aussitzen können.
- Vier korrelierte Regeln tragen etwa 1,06 unabhängige Wetten, wie Lektion 74 misst. Du führst nicht vier Positionen. Du führst eine, viermal.
- Jede Zahl, die einen Verlust ausweist, der größer ist als das gleichzeitige Auslösen aller Stops, beschreibt etwas, das nicht passieren kann, und gehört als falsch aufgesetztes Modell behandelt, nicht als Warnung.
Nur zu Bildungszwecken. Der Handel ist mit erheblichem Verlustrisiko verbunden. Keine Finanzberatung. Frühere Ergebnisse sind keine Garantie für künftige Ergebnisse.
So vermeidest du Korrelationskatastrophen
Lösung 1: über unkorrelierte Werte streuen
Schlecht: 5 Tech-Aktien (Korrelation rund 0,80)
Besser: 2 Tech, 1 Energie, 1 Finanzwert, 1 Gesundheit (Korrelation rund 0,40)
Am besten: Aktien + Krypto + Devisen + Rohstoffe (Korrelation rund 0,10)
Lösung 2: bei Korrelation die Positionsgröße senken
Wenn du korrelierte Positionen handeln MUSST (z. B. Tech im Daytrading während der Berichtssaison), senke das Risiko pro Trade.
Normales Risiko: 1 % pro Trade, 5 Positionen = 5 % Hitze
Hohe Korrelation (0,80): 0,5 % pro Trade, 5 Positionen = effektiv 5 % Hitze
Lösung 3: mit Gegenpositionen absichern
Bist du in 3 Tech-Aktien long, geh short in einem Tech-ETF (QQQ) oder kauf Tech-Puts als Versicherung.
Senkt die Korrelation von 0,85 auf 0,40-0,50
Kosten: Prämie und Spread. Nutzen: Schlaf.
Lösung 4: die Korrelation wöchentlich berechnen
Nutze diesen Rechner JEDEN Sonntag vor der Handelswoche:
- Liste alle offenen Positionen auf
- Schätze die durchschnittliche Korrelation (nutze den Leitfaden)
- Berechne das effektive Risiko
- Bei über 8 % Positionen schließen oder absichern
Korrelation nach Anlageklasse
| Portfoliotyp | Durchschn. Korrelation | Urteil |
|---|---|---|
| 5 Tech-Aktien (gleicher Sektor) | 0.70-0.90 | 🚨 Gefährlich |
| 3 Aktien aus verschiedenen Sektoren | 0.40-0.60 | ⚠️ Mittel |
| Aktien + Anleihen + Rohstoffe | 0.10-0.30 | ✅ Gut |
| Long-Aktien + Short-Aktien | -0.20-0.20 | ✅ Abgesichert |
✅ Aktionsplan
- Öffne jetzt die Plattform deines Brokers
- Liste alle deine aktuellen Positionen auf
- Schätze die durchschnittliche Korrelation (nutze die Tabelle oben)
- Lass diesen Rechner laufen
- Liegt das effektive Risiko über 8 %, schließe die am stärksten korrelierten Positionen
Mach das jede Woche. Ein Buch, dessen Positionen sich alle gemeinsam bewegen, ist eine Position, wie viele Ticker es auch enthält.
🏦 Rechner für den Nachschusspreis
Dein Stop ist deine Entscheidung. Ein Nachschuss ist die deines Brokers. Das hier ist der Preis, ab dem er nicht mehr fragt.
💡 Kurz gesagt
Dein Kredit schrumpft nicht, wenn die Position fällt — nur dein Eigenkapital tut das. Genau deshalb gibt es den Nachschusspreis, und deshalb bewegt er sich auf dich zu statt von dir weg. Der hier gezeigte prozentuale Rückgang gilt auch für den Aktienkurs, solange der Kredit gegen eine einzige Position besichert ist.
Der Preis, ab dem dein Broker verkauft
Wer auf Margin kauft, legt einen Teil des Werts selbst hin und leiht sich den Rest. Danach gilt: Dein Eigenkapital bleibt oberhalb der Mindestanforderung. Der Preis, an dem du diesen Test nicht bestehst, ist keine Ansichtssache — er ergibt sich aus drei Zahlen, die du schon hast.
⚠️ Die Formel
Kredit = Positionswert − dein Eigenkapital
Wert beim Nachschuss = Kredit / (1 − Mindesteinschuss)
Fall bis zum Nachschuss = 1 − Wert beim Nachschuss / Positionswert
Einmal langsam durchgerechnet: Du kaufst Aktien für 20.000 $ mit 10.000 $ eigenem Geld. Dein Kredit beträgt 10.000 $. Bei 30 % Mindesteinschuss kann die Position auf 10.000 $ ÷ 0,70 = 14.286 $ fallen, bevor du durchfällst. Das ist ein Rückgang von 28,6 %.
Die ganze Lektion in einer Tabelle
| Ihr Eigenkapital | Hebel | Rückgang bis zum Ruf bei 25 % | bei 30 % | bei 35 % |
|---|---|---|---|---|
| 100 % (bar) | 1,00x | nie | nie | nie |
| 75 % | 1,33x | 66,7 % | 64,3 % | 61,5 % |
| 60 % | 1,67x | 46,7 % | 42,9 % | 38,5 % |
| 50 % (das Reg-T-Maximum) | 2,00x | 33,3 % | 28,6 % | 23,1 % |
| 40 % | 2,50x | 20,0 % | 14,3 % | 7,7 % |
| 35 % | 2,86x | 13,3 % | 7,1 % | 0,0 % |
| 33 % | 3,00x | 11,1 % | 4,8 % | bereits unterschritten |
⚠️ Lies die unteren beiden Zeilen
Bei 2,86-fachem Hebel gegen eine Hausanforderung von 30 % bringt ein Rückgang von 7,1 % den Nachschuss. Das ist eine gewöhnliche Woche.
Und die Zelle unten rechts ist kein Rundungsfehler: Bei dreifachem Hebel gegen eine Anforderung von 35 % liegst du bereits beim Öffnen unter der Schwelle — weshalb ein Broker mit 35 % Anforderung den Trade schlicht ablehnt.
Was in der Tabelle nicht steht
Dein Einstieg. Deine These. Dein Stop. Der Nachschusspreis ist eine Eigenschaft deiner Verschuldung, nicht deiner Idee — und deshalb die einzige Zahl auf dieser Seite, die du ausrechnen kannst, bevor du entschieden hast, was du kaufst.
Häufige Margin-Fehler
Glauben, der Stop schütze dich
Ein Stop ist eine Anweisung, zu einem Preis zu handeln. Ein Nachschussruf ist eine Anweisung; gemeint bist du, und wird er nicht erfüllt, gehört die Liquidation dem Broker — zu seinem Zeitplan, in der Position, die sich am leichtesten verkaufen lässt.
Problem: In einem Gap treffen Stop und Nachschuss gemeinsam ein, und der Stop ist der langsamere von beiden.
Die aufsichtsrechtliche Untergrenze von 25 % verwenden
25 % ist das Minimum, das ein Broker verlangen darf, nicht die Zahl in deinem Vertrag. Hausanforderungen von 30-40 % sind normal, und bei volatilen oder konzentrierten Werten liegen sie noch höher — manchmal erst, nachdem du die Position schon eröffnet hast.
Vergessen, dass der Kredit fest ist
„Ich bin 15 % im Minus, also habe ich 15 % weniger Puffer.“ Nein. Der Kredit bewegt sich nicht. Ein Rückgang von 15 % nimmt 15 % von der Position und 30 % vom Eigenkapital bei zweifachem Hebel — deshalb schrumpft der Abstand zum Nachschuss etwa doppelt so schnell wie der Preis.
Den Nachschuss durch Verkaufen am Tief erfüllen
Ein Nachschuss, der durch Liquidation erfüllt wird, wird zum schlechtesten Preis des Drawdowns erfüllt, in der Position mit dem besten Gebot statt mit der schlechtesten These. Das optimiert die Risikolage des Brokers, nicht deine.
Professionelle Margin-Disziplin
Rechne ihn aus, bevor du eröffnest
Der Nachschusspreis braucht keinen Einstieg, kein Ziel und keine Meinung. Entscheide zuerst den Hebel, lies den Fall bis zum Nachschuss ab, und entscheide erst dann, ob der Trade diese Größe wert ist.
Vergleiche ihn mit der echten Historie des Instruments
Ein Puffer von 28,6 % klingt großzügig, bis du nachsiehst, wie oft das, was du hältst, innerhalb eines Monats um 28,6 % gefallen ist. Nimm den größten Drawdown der letzten zwei Jahre und stell ihn neben die Zahl aus diesem Rechner.
Geh davon aus, dass die Anforderung steigen kann
Broker heben Hausanforderungen bei volatilen Werten an, und zwar genau in den Bedingungen, die dich Richtung Nachschuss bewegen. Lass den Rechner ein zweites Mal mit einer um fünf Punkte höheren Anforderung laufen und behandle das als die echte Zahl.
Konzentration ist der Multiplikator des Hebels
Die Formel oben behandelt die Position als eine Sache. Ist dein Margin-Kredit gegen ein Portfolio besichert, feuert der Nachschuss auf das Eigenkapital des Portfolios — und der Broker verkauft, was am liquidesten ist, meist die Position, die du am wenigsten verlieren wolltest. Korrelierte Bestände verhalten sich dabei wie eine einzige Position.
📚 Mehr über Broker-Mechanik lernen
Wenn dein Broker ohne dich handelt
Nachschuss, Zuteilung und Pin-Risiko — die drei Wege, auf denen sich deine Position ohne deine Zustimmung ändert
Wohin der Stop gehört
Warum ein Stop eine Handelsanweisung ist und keine Preisgarantie
Positionsgrößen
Der Multiplikator vor deinem Risiko und wie du ihn wählst
🧲 Reibungsquoten-Rechner
Volatilität ist keine Gelegenheit. Volatilität minus Reibung ist die Gelegenheit, und den zweiten Term misst niemand.
💡 Kurz gesagt
Basispunkte gibt es, damit eine Aktie zu 1,50 $ und eine zu 400 $ vergleichbar werden. Ein Basispunkt sind 0,01 %. Rechne das für jedes Instrument durch, das du erwägst, schreib die Quoten in eine Spalte, und die Rangfolge steht — das dauert etwa zwanzig Minuten und braucht nichts als die Kurse deines Brokers und sechzig Sitzungen mit Hochs und Tiefs.
Reibung als Anteil der Gelegenheit
Ein Instrument bietet dir eine Tagesspanne und berechnet dir eine Hin- und Rückreise. Schreib beides in Basispunkten, damit Instrumente unterschiedlicher Preise vergleichbar werden, und die ganze Frage reduziert sich auf einen Bruch.
⚠️ Die Formel
Reibungsquote = Kosten hin und zurück (bp) / durchschnittliche Tagesspanne (bp)
Kosten hin und zurück = Spread × 2 + Provision × 2 (+ Impact, wenn deine Größe es erfordert)
Durchschnittliche Tagesspanne = Mittel aus (Hoch − Tief) / Schluss über die letzten 60 Sitzungen
Dieser Bruch ist der Anteil der gesamten Bewegung eines typischen Tages, den du allein für das Recht abgibst, dabei zu sein.
Quer durch das, was Privatanleger tatsächlich wählen
| Instrument | Spread (Bp) | Tagesspanne (Bp) | Hin und zurück | Anteil der Spanne |
|---|---|---|---|---|
| Mega-Cap-Tech | 1,0 | 150 | 2,0 | 1,3 % |
| S&P-500-ETF | 1,7 | 90 | 3,4 | 3,8 % |
| Mid-Cap, Aktie zu 40 $ | 12,5 | 250 | 25 | 10,0 % |
| Small Cap, Aktie zu 5 $ | 100 | 500 | 200 | 40,0 % |
| Micro-Cap, Aktie zu 1,50 $ | 330 | 900 | 660 | 73,3 % |
Spreads und Spannen sind repräsentative Größenordnungen je Kategorie, keine Kurse für ein bestimmtes Papier. Der Sinn der Übung ist, dass du diese Tabelle mit deinen eigenen Instrumenten und den Kursen deines eigenen Brokers füllst.
⚠️ Was die unterste Zeile bedeutet
Bei einer Reibungsquote von 73 % musst du über rund drei Viertel der gesamten Tagesbewegung richtigliegen, bevor du die Kosten des Erscheinens gedeckt hast.
Und beachte die Falle, auf der das aufbaut. Der Micro Cap hat eine Tagesspanne von 900 Basispunkten, das Sechsfache des Mega Caps. Er bewegt sich wirklich mehr. Er ist das Instrument, das auf dem Chart am attraktivsten aussieht und in der Arithmetik am schlechtesten ist, und beide Tatsachen haben dieselbe Ursache.
Der zweite Filter
Die niedrigste Reibung entscheidet nichts allein, sonst würden alle einen Index-ETF handeln und aufhören. Das Instrument muss außerdem das Verhalten hervorbringen, das deine Methode braucht — Mean Reversion braucht etwas, das überschießt und zurückkommt, eine Sweep-Methode braucht sichtbare Stop-Cluster und eine Menge, die sie auslöst, eine Trendmethode braucht etwas, das an einer langsamen Makrokraft hängt statt am Nachrichtenfluss eines Unternehmens.
Die Wahl ist also eine Konjunktion, keine Rangliste: die niedrigste Reibung unter den Instrumenten, die das Verhalten, das du handelst, tatsächlich zeigen. Ordne mit diesem Rechner, streiche dann alles, was den zweiten Test nicht besteht, und das Feld ist meist auf zwei oder drei geschrumpft.
Häufige Fehler bei der Instrumentenwahl
„Handle, was sich bewegt“
Der teuerste Rat, den ein Anfänger bekommt. Die Instrumente, die sich am meisten bewegen, sind fast immer die, die am meisten fürs Ein- und Aussteigen verlangen, und die Gebühr wächst mit der Bewegung.
Spreads in Cent vergleichen
„Ein Cent Spread“ sagt für sich nichts. Ein Cent auf eine 400-$-Aktie sind 0,25 bp. Ein Cent auf eine 1,50-$-Aktie sind 67 bp — das 267-Fache derselben notierten Spanne.
Den Schlagzeilen-Spread verwenden
Der Spread, den du um 10:30 Uhr in einem liquiden Wert siehst, ist nicht der Spread in den ersten fünf Minuten, in den letzten fünf oder an dem Tag, an dem etwas passiert. Und der Spread, den man dir für 100 Anteile nennt, ist nicht der für 10.000.
Die Rangfolge für die Entscheidung halten
Reibung ordnet Kandidaten; sie wählt nicht zwischen ihnen. Ein Instrument, das du in seinen aktiven Stunden nicht handeln kannst oder das nie das Verhalten zeigt, das deine Methode ausnutzt, ist zu keinem Preis ein Kandidat.
Professionelle Instrumentenwahl
Bau die Tabelle einmal und behalte sie
Sechzig Sitzungen mit Hochs und Tiefs und eine Spread-Stichprobe je Instrument. Zwanzig Minuten Arbeit, die entscheiden, worauf du im nächsten Jahr schaust, und dafür braucht es keinen Indikator, kein Abo und keine Meinung.
Rechne Impact ein, sobald deine Größe sichtbar ist
Der optionale dritte Term der Formel zählt in dem Moment, in dem deine Order ein nennenswerter Anteil des liegenden Buchs ist. Nimmst du regelmäßig mehr als die angezeigte Größe, ist deine echte Hin- und Rückreise größer, als der notierte Spread nahelegt — miss sie an deinen eigenen Ausführungen, nicht am Kurs.
Rechne neu, wenn sich das Volatilitätsregime ändert
Beide Hälften des Bruchs bewegen sich, und sie bewegen sich nicht gemeinsam. Spannen weiten sich im Stress, Spreads weiten sich schneller, und so wird die Quote meist genau dann schlechter, wenn der Chart am interessantesten aussieht.
Lies sie gegen deine Erwartung, nicht für sich
Eine Reibungsquote von 10 % ist kein Urteil. Sie ist eine feste Zeile in deiner Erwartungsrechnung: der Anteil einer durchschnittlichen Tagesbewegung, der abfließt, bevor dein Vorteil überhaupt wirkt. Stell sie neben deinen durchschnittlichen Gewinner in R und frag, ob das, was übrig bleibt, noch positiv ist.
📚 Mehr über die Instrumentenwahl lernen
Was solltest du eigentlich handeln
Instrumente nach Reibung als Anteil ihrer Tagesspanne ordnen
Der Spread ist der Preis der Unmittelbarkeit
Woher die Kostenhälfte der Reibungsquote kommt
Was du tatsächlich kaufst
Tick, Punkt und das Konto, das ein Futures-Stop wirklich verlangt
📐 Rechner für das Mindest-Futures-Konto
Die Margin entscheidet, wie viele Kontrakte du eröffnen darfst. Dein Stop entscheidet, wie viel du verlierst. Beides zu verwechseln, beendet Konten in einer einzigen Sitzung.
💡 Kurz gesagt
Die Daytrade-Margin deines Brokers taucht in dieser Rechnung nirgends auf, und das ist Absicht. Margin ist eine Sicherheitsleistung — die Einlage, die das Clearinghaus verlangt, solange du die Position hältst. Sie ist keine Obergrenze deines Verlusts und hat mit deinem Stop nichts zu tun.
Tick, Punkt und das Konto, das daraus folgt
Jeder Kontrakt hat einen Punktwert — was eine Ein-Punkt-Bewegung wert ist — und einen Tick, den kleinsten Schritt, in dem er gehandelt wird. Aus diesen und deinem Stop ergibt sich das Mindestkonto ohne jedes Urteil.
⚠️ Die Formel
Risiko je Kontrakt = Stopabstand in Punkten × Punktwert
Mindestkonto = Risiko je Kontrakt / dein Risikoanteil
Durchgerechnet für die Kontrakte, die Privatanleger tatsächlich nutzen
| Kontrakt | Je Punkt | Je Tick | Stopp 10 Pkt. | Konto bei 1 % | bei 2 % |
|---|---|---|---|---|---|
| ES — E-mini S&P 500 | 50 $ | 12,50 $ | 500 $ | 50.000 $ | 25.000 $ |
| NQ — E-mini Nasdaq | 20 $ | 5,00 $ | 200 $ | 20.000 $ | 10.000 $ |
| MES — Micro E-mini S&P | 5 $ | 1,25 $ | 50 $ | 5.000 $ | 2.500 $ |
| MNQ — Micro Nasdaq | 2 $ | 0,50 $ | 20 $ | 2.000 $ | 1.000 $ |
⚠️ Die Zeile, auf die es ankommt
Ein Zehn-Punkte-Stop im ES braucht fünfzigtausend Dollar dahinter, damit er 1 % Risiko ist. Wer mit 10.000 $ diesen Trade nimmt, riskiert 5 % in einer Position, was auch immer im Plan stand.
Der Micro-Kontrakt ist keine kleinere Version desselben Instruments — er ist dasselbe Instrument mit einem Zehntel der Einheit, und er ist das, was die Arithmetik für ein normales Konto aufgehen lässt.
Margin ist nicht Risiko
Dein Broker lässt dich einen ES-Kontrakt vielleicht für ein paar hundert Dollar Daytrade-Margin eröffnen. Der Kontrakt kontrolliert einen Nominalwert im sechsstelligen Bereich. Stell 500 $ dagegen, und du fährst einen Hebel, den dir sonst niemand im Privatkundengeschäft gibt — und die Position kann mehr verlieren als die Margin, woraufhin die Differenz eine Schuld ist.
Die Daytrade-Margin verfällt außerdem zu einer festen Uhrzeit am Nachmittag. Eine darüber hinaus gehaltene Position unterliegt der vollen Übernachtanforderung, und ein Broker, der dich darunter findet, schließt die Position für dich.
Häufige Fehler bei der Futures-Größe
Nach dem dimensionieren, was die Margin erlaubt
Der klassische Fehler, und er passt in einen Satz: Ein Trader dimensioniert nach dem, was die Margin zulässt, statt nach dem, was der Stop kostet, und das Konto ist in einer Sitzung weg, die die Strategie bei richtiger Größe überstanden hätte.
Die Tabelle mit einem Zehn-Punkte-Stop lesen
Zehn Punkte sind die Illustration, nicht deine Methode. Nutzt dein Setup einen Zwanzig-Punkte-Stop im NQ, verdoppelt sich das nötige Konto — und die Zahl in der Tabelle ist jetzt die Hälfte dessen, was du brauchst.
Micros als Übungsräder behandeln
MES ist keine Übungsversion des ES. Es ist dasselbe Instrument, dieselben Stunden, derselbe order flow, mit einem Zehntel der Einheit — und bei einer normalen Kontogröße ist es das, bei dem die Risikoarithmetik tatsächlich aufgeht.
Über das Zeitfenster der Daytrade-Margin hinaus halten
Intraday-Margin ist eine Gefälligkeit mit Frist. Eine darüber hinaus gehaltene Position steht unter der vollen Übernachtanforderung, und eine Unterdeckung wird für dich glattgestellt, zu dem, was der Markt gerade bietet.
Professionelle Futures-Größenbestimmung
Rechne das Minimum aus, bevor du das Konto fundest
Stopabstand und Punktwert sind beide bekannt, bevor du einen einzigen Trade platzierst. Das Konto, das beide implizieren, ebenfalls. Es gibt keinen Grund, es hinterher herauszufinden.
Lass den Stop den Kontrakt wählen
Lass diesen Rechner über ES, NQ, MES und MNQ mit deinem Stop und deinem Risikoprozentsatz laufen. Der Kontrakt, dessen Mindestkonto auf oder unter deinem Stand liegt, ist der, den du handeln kannst. Die anderen sind die, die du nicht handeln kannst — heute.
Rechne Kosten in den Stop ein, nicht in den Plan
Provision und ein Tick Slippage beim Ein- und Ausstieg gehören zu dem, was ein verlorener Trade kostet. Im MNQ mit 0,50 $ je Tick sind sie ein nennenswerter Anteil eines 20-$-Risikos; im ES mit 12,50 $ sind sie Rauschen. Reibung zählt dort am meisten, wo die Einheit am kleinsten ist.
Prüf es neu, wenn die Volatilität zunimmt
Ein Stop, den die Struktur setzt, wird weiter, wenn die Spannen weiter werden, und das Mindestkonto zieht mit. Die Größe, die in einem ruhigen Monat 1 % war, ist in einem lauten 2-3 %, ohne dass du etwas geändert hast.
📚 Mehr über Futures-Mechanik lernen
Teile deine Ergebnisse auf Discord
Besprich deine Berechnungen mit der Community, hol dir Rückmeldung zu deiner Risikosteuerung und lerne von anderen Tradern.
Discord-Community beitreten